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Langsam nimmt nun der Fall BayernLB, Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky Fahrt auf, noch ist man in der Boxengasse, doch die erste Runde dürfte bald beginnen und die Fahrer werden nach und nach auch bekannt.(1)

Dank der grundlegend guten Aufarbeitung des Falles BayernLB und Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky durch die österreichischen Ermittler schon 2006 ergibt sich nach und nach ein Bild einer „bayerischen Amigos- oder Schmierenkomödie“ alter Art. Die Frage, die man sich stellen muss, warum wird es jetzt in München ermittelt? (1)

Zeitungen berichten nun, dass die rätselhaften Millionen des Herrn  Gerhard Gribkowskyauf seinen österreichischen Konto für seine Salzburger „Sonnenschein Privatstiftung“ von Formle 1 Imperator  Bernie Ecclestone stammen sollen. Neben seiner Sonnenscheinstiftung hat sich der Ex-BayernLB-Vorstand auch einen Stuhl im „Management der Formel-1-Firma Delta Topco“ gesichert.(2)

Und das war gut so aus Managementsicht, denn als der Freund von Kanzler Kohl und Medienmogul Leo Kirch Pleite ging, da schlug die Stunde für den damaligen BayernLB-Vorstand Gribkowsky, die Formel-1-Vermarktungsrechte standen zum Verkauf an, die Leo Kirch inne hatte.

Und hier nun war Gribkowskyder Mann der Stunde, er saß in mit an allen Tischen, „die Staatsanwaltschaft München wirft ihm (nun) vor, 2006 beim Verkauf der Formel-1-Vermarktungsrechte von der BayernLB an den britischen Finanzinvestor CVC Zahlungen von 50 Millionen Dollar kassiert zu haben“. (2)

Geld das teilwiese heute über die berühmte Sonnenschein Privatstiftung in enger Nachbarschaft zum Kanzlerbungalow von Angela Merkel – reiner Zufall, auch wenn ihr Verhältnis zu Helmut Kohl sehr innig war, taucht ihr Namen nirgendswo auf, so wie damals zu Zeiten der Akademie der Wissenschaften in der DDR, wie gesagt reiner Zufall – im Prenzlauer Berg angelegt worden ist.

„Am Prenzlauer Berg in Berlin besitze ein Unternehmen seiner „Privatstiftung Sonnenschein“ einen Häuserblock mit mehr als 170 Wohnungen. Oberstaatsanwältin Stockinger wollte sich auch dazu nicht äußern“. (2) Also noch eine Firma in der Gribkowsky mitmischte oder sie sogar gegründet hat, Heuschrecken machen so was immer.

Angesehen von den vielen sportlichen Erfolgen der Deutschen im Formel 1 Zirkus, die nun auch in einem anderen „Sonnenschein“ gesehen werden könnten, fragen sich nun viele, was wussten Politiker, Manager, Bernie Ecclestone und die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wirklich von der gloablen Geschäftswelt des Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky wirklich?

Vom Gefühl her und der sehr spät einsetzenden Ermittlung durch die Staatsanwaltschaft  München – erinnert sei hier nun an den Vorgang Zumwinkel* und Staatsanwältin, ein ganz besonders Verhältnis und ein Brief der alles rettete, was Zumwinkel sonst an Fellen davongeschwommen wäre – würde ich mal von einem davon ausgehen, dass die Türangeln der Clearingstelle in der Schweiz schon glühen.

Interessant ist plötzlich auch, dass nun mit BMW ein weiterer Mitfahrer im 50 Millionen Rennen des Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky auftaucht, und dort ist bekanntlich seit 2009 der Popstar und Ex-Außenminister Joschka Fischer von den Grünen Berater. Man weiß nur nicht, was er dort so genau berät, etwa wie man sich leise auf Turnschuhsohlen durch die „Sonnenscheinwelt“ der Heuschrecken bewegt?(3)

*Am Rande sei hier nur erwähnt, dass damals die Deutsche Post AG sich mit Millionen am  Bernie Ecclestone Zirkus beteiligt hat, was für Zumwinkel kein Problem war, denn die Post AG war von der Mehrwertsteuer befreit und hatte so genug Kohle frei um mitzufahren bei den großen Rennen der Heuschrecken und Formel 1 Piloten.

1)https://derdetektivmitdersonnenbrille.wordpress.com/2011/01/06/immer-neue-tatsachen-und-kompetenzprobleme-im-korruptionsfall-bayernlb/

2)http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE70704820110108

3)http://www.bild.de/BILD/politik/2009/09/20/ex-aussenminister-joschka-fischer/berater-bei-bmw.html

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Der Staatsanwaltschaft hat ja mehrfach den Ansatz gemacht, die Akte Obermann von der Telekom unter den Tisch fallen zu lassen. Bei uns wird bekanntlich immer so lange ermittelt, bis sich die Clearingstelle in der Schweiz eingeschlatet hat und die Öffentlichkeit den Fall vergessen hat. Unsere Journalisten sind ja schon immer mehr auf Kachelmann und seine „kleinen Penis“ scharf gewesen, da hat man ja für Korruption keine Zeit.

Rene Obermann kann aufatmen – nach vier Monaten stellt die Staatsanwaltschaft Bonn ihre Ermittlungen gegen den Telekom-Chef ein“

Das war es dann mal wieder mit der deutschen Gründlichkeit und dann kann man als Guter die Augen voller Sand wieder in die heiligen Kriege ziehen.

1)http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE7020E520110103

Der Schmiergeldskandal bei Siemens hat gezeigt, dass man in Deutschland schon mal als „Dino“  Bestechungsgelder in Höhe von 1,3 Milliarden Euro in dunkle Kanäle fließen lassen kann, ohne dass eine große Aufklärung stattfindet. Zu gut arbeiten Betroffene und Ermittler zusammen.

Einige hat man vor Gericht gestellt, doch die Starfen bezahlen die aus der Portokasse. 2011 soll nun „der frühere Siemens-Vorstand Thomas Ganswindt ..  sich ab Mitte Januar wegen der Schmiergeldaffäre des Konzerns vor Gericht verantworten“. (1)

Man sollte von dem Verfahren nicht zu viel erwarten, denn die „Clearingstelle in der Schweiz“ hat wohl schon vorgesorgt. So will sich etwa Siemens mit Ganswindt außer gerichtlich einigen, die Gespräche laufen schon seit einem Jahr.

Und auch die  rund 2,5 Milliarden Euro für „Strafen, Steuerrückstände und die interne Aufklärung“ hat Siemens schon längst wieder spielend leicht eingenommen. Korruption ist in Deutschland nur ein Kavaliersdelikt, wenn wundert das auch noch bei den Lobbyisten?(1)

1)http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE6BR02720101228

Neben 14 Jahre Haft hat der Gründer und Besitzer des größten Elektrogerätehandels des Landes sein  gesamtes Vermögen verloren. Grund dafür ist, dass er fünf Regierungsbeamte bestochen hat, was auch im Zusammenhang mit seinem Vermögensverwaltungsgesellschaft zu sehen ist.

Solche Nachrichten lesen wir nur aus China, bei uns wäre der Mann allenfalls zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, den Rest hätte eine Clearingstelle in der Schweiz übernommen. Offenbar sind die Chinesen noch nicht so weit, doch das große Heer der deutschen Manager**, Politiker und Standesorganisationsvertreter werden auch hier helfen. Man hat ja so seine Erfahrungen*. (1) (2)

In China wurde jetzt nämlich der „reichste Mann“ des Landes wegen Korruption und Bestechung von Regierungsbeamten in Haft und sein Vermögen wurde eingezogen. Die Karriere vom 17 jährigen Tellerwäscher (Bauersohn ohne Schulabschluss) zum Millionär a la Chinawood oder Hollywood endet nun im Gefängnis (3)

„Der Geschäftsmann, dessen Alter auf etwa 40 Jahre geschätzt wird, soll unter anderem fünf Regierungsbeamte mit insgesamt 4,56 Millionen Yuan bestochen haben. Im Visier war neben seiner Kette Gome zudem auch eine Vermögensverwaltungsgesellschaft Huangs. Bestochen haben soll Huang auch den früheren Bürgermeister der chinesischen Metropole Shenzhen, Xu Zongheng. Xu war 2009 wegen Korruptionsvorwürfen seines Amtes enthoben worden“. (4)

Nun dürfen sie dreimal raten, wie bei uns das Urteil gegen den Traum aller „Bolly- oder Hollywood Filmeschreiber“ ausgegangen wäre? Ich tippe mal auf Bewährung oder ein Staatsanwalt hätte die Anklage zu spät abgeschickt.

1) http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/neue-vorwuerfe-gegen-siemens-die-chinesische-krankheit-1.767677

2) http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,501540,00.html

3) http://www.all-in.de/nachrichten/wirtschaft/nachrichten/Wirtschafts-Nachrichten-Elektro-Prozesse-China;art153,778797

4) http://www.morgenpost.de/wirtschaft/article1310287/Reichster-Chinese-zu-14-Jahren-Haft-verurteilt.html

http://www.epochtimes.de/articles/2009/06/13/456728.html

* Dem Münchner Siemens-Konzern drohen neue Korruptionsvorwürfe in China. Die chinesischen Antikorruptionsbehörden untersuchen die Verstrickung des Münchner Konzerns in einen Bestechungsfall in einem Krankenhaus in der nordostchinesischen Provinz Jilin. (1)

** Shanghai – Der Siemens-Konzern hat nun auch Unregelmäßigkeiten in China eingeräumt. Es seien 20 Mitarbeiter in China wegen inakzeptablen Verhaltens entlassen worden, berichtete China-Chef Richard Hausmann zusammen mit dem neuen Siemens-Vorstandschef Peter Löscher vor chinesischen Journalisten. (2)

Schmiergeldsystem Siemens

Mit dem Bereichsvorstand Michael Kutschenreuter steht am Montag, den 12.04.2010 endlich mal ein ranghoher Siemens-Manager vor Gericht. Bisher wurden nur seine „Mitarbeiter, die das Schmiergeldsystem aufgebaut und verwaltet hatten …. zu Bewährungsstrafen verurteilt“. (1)

„Die Staatsanwaltschaft legt (Kutschenreuter) zur Last, das System der schwarzen Kassen in der früheren Telekommunikationssparte von Siemens und die Bestechung von Amtsträgern und Geschäftsleuten in Russland und Nigeria gedeckt zu haben. In dem westafrikanischen Staat sollen Regierungsmitglieder und Vermittler mit bis zu einer Million Euro geschmiert worden sein, um Siemens Telefonnetzaufträge zu verschaffen“. (1)

Zu befürchten bleibt, dass auch Kutschenreuter nicht in den Knast muss, sondern mit einer Bewährungsstrafe davon kommt und von seinem Einkommen weiterhin in der Sonne liegen darf und das Leben genießen kann.

Auch darf vermutet werden, dass im Fall Kutschenreuter die Clearingstelle von Siemens in der Schweiz aktiv geworden ist, leider hat der Staatsanwalt in diese Richtung nicht ermittelt. Sie fragen sich nun, was ist eine Clearingstelle, dann lesen sie mal die Bücher und Artikel von Professor Selenz.

„Um Politik und Strafverfolger zu besänftigen, setzte die Preussag Jahr für Jahr zweistellige Millionenbeträge ein. Die erhieltenPolitiker und Beamte über eine ,,Clearingstelle“ in der neutralen Schweiz. ,,Geld in Umschlägenunter dem Tisch mit wg“. So Herr Dr. Zumpfort, Chef-Bestecher der Preussag/TUI AG, im Bericht aus Berlin. Ganz dreist und offen“. (2)

Glauben sie jetzt noch an ein faires, rechtstaatliches und gerechtes Gerichtsverfahren im Fall „Kutschenreuter“?

1) http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE63606D20100407

2) http://www.hans-joachim-selenz.de/wirtschaftskriminalitaet/index.html