Der-Detektiv-mit-der-Sonnenbrille

Archive for August 2010

Er gehört zu den „reichsten Männer von Deutschland“, ist  71 Jahre, und begann in den 1960er-Jahren sein „Imperium mit Werken in Deutschland, Polen und Italien mit Stammsitz in Schieder-Schwalenberg bei Detmold“ aufzubauen.

Nun steht er wegen Millionbetrügereien in seinem „Schachtelunternehmen“ vor Gericht.  Die Anklage gegen ihn und vier seiner Manager lautet, „schwerer Betrug“ Bilanzfälschung in den zwischen den Jahren  2004 und 2007.

Er hat sich so für sein zusammenstürzendes Imperium „von Banken und Investoren immer wieder Kapital erschlichen, .. bis Schieder 2007 pleiteging“. „Den Schaden beziffern Ermittler auf 234 Millionen Euro. Die Firma mit 11 000 Mitarbeitern wurde zerschlage“. (1)

Offenbar können die Reichen und selbstherrlichen Unternehmer in diesem land nur mit Erfolgen umgehen, mit Niederlagen nicht, da neigen sie auch zu kriminellen Handlungen.

Demuth äußerte sich am Donnerstag, den 26.09.2010 zu den Vorwürfen nicht, ein Geschäftsführer jedoch und schuildert nun das Ende seiner Karriere mit dem Kuckuck auf dem Fernseher.

„Ein angeklagter ehemaliger Buchhalter in der Geschäftsführung bestätigte die Anklage im Wesentlichen. Er sprach von einem menschlichen Versagen: Ich bereue es sehr. Der Buchhalter schilderte, dass er auf Anweisung gehandelt habe. Aus eigener Tasche müsse er einem der Schieder-Gläubiger noch 300 000 Euro zurückzahlen. Seine sämtlichen Vermögenswerte seien dahin. Das ging so weit, dass an meinem Fernseher ein Kuckuck klebte.“(1)

Der Fall Demuth und sein Schieber-Möbel-Traum zeigt wohin Betrug führt, dennoch versuchen es in Deutschland immer wieder Tausende, den nur ein Bruchteil wird auch wegen der laschen und unübersichtlichen Rechtssprechung nie aufgeklärt.

Am 16.09.2010 geht der Prozess weiter, man darf auf das Urteil gespannt sein.

1)http://www.focus.de/finanzen/news/millionenbetrug-mammutprozess-gegen-ehemaligen-moebel-koenig_aid_545605.html

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Die schöne Welt der Betten, wenn sie im dänischen Design gehalten sind, entpuppt sich mehr und mehr als  Schlafzimmer der Korruption. Hat die Firma Bettenwelt GmbH & Co.KG schon mit stasiartigen Methoden sich mit Kündigungen von vier Betriebsräten in die Schkagzeilen gebracht (1),  so gelang ihr bei der „Ermittlungsgruppe Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Gießen die Geheimhaltung fast pefekt.

Bekannt ist jedenfalls, dass am Dienstag, den 08.04.2010  Ermittlungsgruppe «Schwarzarbeit» des Hauptzollamtes Gießen zu Besuch in der Bettenwelt war und umfangreiche Geschäftsunterlagen beschlagnahmt hat.

«Die Auswertung der Unterlagen hat erst begonnen und wird noch eine gewisse Zeit andauern, so der Sprecher des Zolls“, man darf also noch hoffen, dass wir Bürger noch informiert werden und welcher Schaden  dem Gemeinwohl entstanden ist.

Doch nicht nur wegen der Kündigungsorgie gegenüber den Unkündbaren, des Verdachts der organisierten Schwarzarbeit ist die Bettenwelt nicht mehr in Ordnung. Es liegen auch Vorwürfe bezüglich „der geringen Bezahlung der eigenen Beschäftigten und des umfangreichen Einsatzes von Leiharbeitern“ vor. Was ist los im Staate Dänemark?

1)http://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/08/26/firma-bettenwelt-gmbh-co-kg-kundigt-vier-betriebsraten/

Nichts bringt so sicher Kohle in die eigene Tasche wie der Insiderhandel. Insider haben den sogeannten Informationsvorsprung, der den normal Sterblichen verwehrt bleibt.

„Juan Jose Fernandez Garcia und Luis Martin Caro Sanchez (haben) Konten beim selben US-Broker genutzt, um Aktienoptionen auf Potash im Wert von mehr als 61.000 Dollar zu kaufen, bevor die Übernahmeofferte von BHP am 17. August bekannt wurde“. (1)

Beide Männe rkamen aus Banken und waren dort für die Analyse von Börsenpapieren zuständig. „Nach SEC-Angaben ist der 36-jährige Fernandez Garcia Leiter Research Aktienderivate Europa“ bei der Banco Santander.  Luis Martin Caro Sanchez wird nur als Mitwisser erwähnt.

Für dieses Mitwissertun hat Luis ganz schön Kohle abgezockt. Garcia und Sanchez „sollen mit Insidergeschäften im Vorfeld der Milliardenofferte von BHP Billiton für den Kaliproduzenten Potash of Saskatchewan einen illegalen Gewinn von knapp 1,1 Millionen Dollar (870.000 Euro) erzielt haben“. (1)

Das reicht doch wohl für den nächsten Urlaub, oder? „Die amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC)“ hat Anklage erhoben,  „ein Richter hat die Guthaben der Angeklagten zeitlich befristet eingefroren“. (1)

Wir in Detschland haben keine SEC, das freut unsere korrupten Bänker und Börsenhändler über alles, denn „Good old Germany“ ist und bleibt ein  Paradies für Heuschrecken, Steuerbetrüger und andere korrupte Schmiergeldfans.

1)http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article9194872/Tippfehler-eines-Haendlers-sorgt-fuer-Beinahe-Crash.html?wtmc=RSS.Geld.Geldanlage

Der Mensch macht nun einmal Fehler. Wer den Fehler an für sich ausschließen will, der muss den Menschen ausrotten, das hat mal Karl Marx,Philosoph, Deutscher, Jude und Klassenfeind aller Heuschrecken formuliert.

In London an der Börse hat ein Aktienhändler „bei der Order mit dicken Fingern“ sich womöglich vertippt“ und mit einem ungewöhnlich hohen Kauf- oder Verkaufsauftrag den Markt heftig in Bewegung versetzt“. (1) Ganz klar ist die Sache nicht, Abischt oder nicht, doch eines steht fest, fünf Aktien kamen unter Druck, darunter die British Telekom.

„Der Börsenkurs der BT Group (lag) zeitweise um 9,2 Prozent im Minus bei 123 Pence. Hays-Aktien gaben um bis zu 9,6 Prozent nach und Next notierten 7,8 Prozent schwächer.  Northumbrian Water hatten 5,4 Prozent fester und United Utilities 9,4 Prozent höher notiert. Nachdem der Handel wieder aufgenommen wurde, schloss keiner der Werte mehr als 1,3 Prozent höher oder niedriger“. (1)

Fat-Fingers-Trade-Joe? 😉

„Die automatischen Sicherungsmechanismen“  im LSE-Handel, eingführt 2007 “ wurden von ungewöhnlichen Kursbewegungen aktiviert“. (1) Die genaue Ursache bleibt weiterhin unklar: „Ich kann nicht Stellung nehmen zu der Frage, ob es sich um irrtümliche Transaktionen handelte oder nicht, erklärte LSE-Sprecher Patrick Humphris: Auslöser waren einige besondere Orders, die unter Börsianer üblicherweise als ‚Fat-Finger-Trades’ bezeichnet werden.“

Der heimliche und schmutzige Krieg der „Fat-Finger-Trades“ geht also trotzdem weiter, LSE hin oder her, versuchen kann man es ja einmal, sagen sie wohl viele „Fat-Fingers“. (1)

1)http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article9194872/Tippfehler-eines-Haendlers-sorgt-fuer-Beinahe-Crash.html?wtmc=RSS.Geld.Geldanlage

Alle beklagen sie, die Spendenmüdigkeit. Ja gut, nun bescheinigt uns Genosse Thilo Sarrazin der Bundesbänker und Golfspieler, dass wir dümmer werden. (1) Aber offenbar nicht nur wir, mit Verlaub, auch unsere Nachbarn haben Probleme mit der Spendenfreudigkeit ihrer Bürger.

Warum wohl? Nimmt man den Fall der unterschlagenen Spenden für  Help4You, dann bekommt man eine Lösung für die Müdigkeit der Bürger für Spenden.

Da hat doch in Österreich in HELLMONSÖDT ein „beschäftigungsloser 49-Jähriger aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung seit 2002 mehrere hunderttausend Euro Spendengelder unterschlagen, so der Verdacht der Ermittler jedenfalls. Da er Obmann, Kassier und Schriftführer in einer Person war, gab es keine Kontrolle.(2)

Und er hat mit System gearbeitet. „Bei Politikern, Sportlern und Künstlern, staatsnahen Betrieben, Großfirmen und Gewerbetreibenden soll der Beschäftigungslose geworben haben, um an Geld und Sachspenden zu kommen und auch um durch die Übernahme von Ehrenschutz und Schirmherrschaften Seriösität vortäuschen zu können“. (2)

Dann darf man sich nicht wundern, wenn keiner mehr der Seriösität der Spendensammler glaubt. „Die Erlöse aus diesen Bausteinverkäufen, Geld- und Sachspenden sowie Mitgliedsbeiträge in der Gesamthöhe von mehreren hunderttausend Euro an den Verein und den Vereinsobmann“ hat der arbeitslose Sammler dann für „für Büromiete im eigenen Haus, Fahrzeuge, Mobiliar, Strom- und Telefonkosten, Büroaufwand und Reinigungsmitteln verwendet. Selbst seine Parkgebühren soll der 49-Jährige mit Spendengeldern finanziert haben“. (1) 

Ja, er war auch ein Sammler und Freund der schönen Künste. „Im Haus des Verdächtigen wurden bei einer Durchsuchung auch Gemälde namhafter Künstler sichergestellt. Diese hatten die Bilder dem Verein gespendet, um mit dem Verkaufserlös betroffene Kindern zu unterstützen“. (2)

Doch erschreckend wie man offenbar man Probleme und Kontrolle an Gelder und Sachwert kommt, es stimmt was nicht bei den Hilfsvereinen. Zeit dass sich was tut, bevor  wieder die Falschen darunter leiden müssen, wie etwa die Kinder in Pakistan. Vielleicht sind wir Bürger gar nicht so dumm, wie das Genosse Thilo von der SPD meint.

1)http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/23/thilo-sarrazin/deutschland-immer-aermer-und-duemmer.html

2)http://www.regionews.at/?set_ActivMenu=285&special=details&News_ID=11003

Österreich streitet weiter im Kampf gegen die Wirtschaftskriminalität, während man in Deutschland wegschaut und schweigt. So plant man in Wien wohl den ersten großen Antikorruptionsgipfel.

Kanzler Werner Faymann (SPÖ) und Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (parteilos, von ÖVP berufen) haben zuletzt angekündigt, im September und Oktober über die weitere Vorgehensweise bei der Aufklärung der aktuellen Polit- und Wirtschaftsaffären sprechen zu wollen. Faymann will dazu u.a. Vertreter von Richtern und Staatsanwälten einladen, Bandion-Ortner auch Fachleute von außen. Kogler hofft darauf, dass das Thema damit eine „produktive Eigendynamik“ entwickelt – etwa auch was die Transparenz bei Parteispenden angeht. Am Gipfel beteiligen sollte man aus seiner Sicht daher auch Antikorruptionsexperten„. (1)

Doch es gibt auch Kritiker, die das Ganze als Show ansehen und mehr Kompetenz erwarten. Die Hintergründe sind bei wie immer die Parteispenden und ihre Offenlegung. „Angesichts der Festlegung Faymanns, Parteispenden über 7.000 Euro künftig offenzulegen, ist Kogler durchaus zuversichtlich, hier eine Einigung erzielen zu können“. (1)

Die Grünen sehen das skeptisch. „Die Grünen fordern die Regierung auf, bei den für September und Oktober angekündigten Gesprächen über die aktuellen Justiz-Themen auch Korruptions-Experten und die Opposition einzuladen“. (1)

Das Thema parteispenden und Einflußnahme auf die Politik ist in Wien genauso groß wie in Berlin. Man bedenke nur die Möwenpickaffaire der FDP und CDU. Eigentlich sollte mal das Thema auf EU-Ebene behandelt werden und dann eine europäische Lösung angestrebt werden.

Bei uns in Deutschland geht es aktuell um die Petition – StGB §108e. „Mit Hinblick auf die aktuellen Sponsoringskandale in der deutschen Politik ist das eine Haltung des Bundestages, die für uns nicht verständlich ist. Klare Regelungen die Abgeordnetenbestechung verbieten sollten in einer Demokratie zum Standard gehöre“.(2)

Doch bei der Vorsitzenden, können wir einpacken. „Kersten Steinke, geborene Naumann (* 7. Dezember 1958 in Bad Frankenhausen) ist eine deutsche Politikerin (1981-1989 SED, 1989-2007 PDS, seit 2007 Die Linke), war Mitglied des 14. und 16. Deutschen Bundestages und gehört auch dem 17. Deutschen Bundestag an“. (3)

Die hat doch die Korruption mit dem Parteibuch gelernt wie kein zweiter in dieser Republik. Wie gesagt, geht über die EU, dann hat so was eine Chance. (4)

1)http://derstandard.at/1282273343425/Gruene-fordern-Experten-bei-Antikorruptionsgipfel

2)http://108e.de/

3)http://de.wikipedia.org/wiki/Kersten_Steinke

4)http://de.euronews.net/2010/08/09/europetition-will-buerger-in-eu-entscheidungsprozesse-einbinden/

Gegen den Hannover niedergelassenen  „Pipeline-Hersteller Vietz“ ermittelt der Staatsanwalt wegen dem „Verdacht, Schmiergelder gezahlt zu haben, um an Aufträge zu kommen“. (1)

Am Donnerstag, den 19.08.2010 haben  Fahnder des mittelständischen Unternehmens in in Hannover und den Niederlassungen in Leipzig und Essen durchsucht. Es wurden „Computer und umfangreiches Aktenmaterial“ beschlagnahmt, „sagte Oberstaatsanwalt Manfred Knothe“.(1)

Interessanterweise hatte sich der Chef des Unternehmens selber den Ermittlern angeboten und zwar „mit einem Interview im Handelsblatt“ in dem „hatte sich Unternehmer Eginhard Vietz selbst ins Visier der Fahnder gebracht. Er hatte darin zugegeben, schon mehrfach Schmiergelder gezahlt zu haben. Auf die Frage, warum er das tue, sagte er der Zeitung: Weil es nun einmal Länder gibt, in denen es nicht anders geht. Für eine weitere Reaktion war Vietz am Freitag nicht zu erreichen. dpa“. (1)

Man darf nun gespannt sein, was der Unternehmer bezweckt hat, Aufdeckung von Korruptionspraktiken allgemein in Deutschland oder in der Branche, vielleicht hat er sich auch nur gedankenlos selber ans Messer geliefert, man darf auf die Ermittlungen und ihr Ergebnis sowie weitere Äußerungen von Eginhard Vietz gespannt sein.

1)http://www.neuepresse.de/Hannover/Uebersicht/Hannover-Razzia-bei-Pipeline-Bauer-Vietz