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Werner Borcharding, Whistle Blower und Steuerfahnder, und was aus ihm wurde!

Posted on: 1. Juli 2010

Kurz tauchen Fälle wie die von Werner Borcharding bei uns in den Medien auf, dann verschwinden sie meist als Opfer hinter dem grauen Vorhang des Schweigens.

Werner Borcharding, Steuerfahnder und zuständig für Steuerstrafsachen beim Finanzamt Münster, hatte die Arbeit gefunden, die ihm lag. Das machte ihn eigentlich schon zum Opfer, wer seine Arbeit mag und sie zuverlässig macht, fällt auf, ist anders, passt nicht in den Sumpf aus Mobbing und Korruption, besser gesagt, Alltagskorruption.

Ein „Tag im Winter 1994 hat sein Leben und seine Arbeitswelt total verändert, er war jetzt 20 Jahre beim Finanzamt Münster und hatte den Ruf, dass er schon immer Mund aufmachte, „wenn (ihm) etwas nicht passt(e)“. An jenem Wintertag fand er „einen großen Umschlag in seinem Briefkasten“, (1)

Versetung eines Mobbing-Opfers, vom Fegefeuer in die Hölle

„In dem Umschlag steckt Material zum Fall des Farbenherstellers Brillux …. In den Fluren des Finanzamts Münster spricht man Mitte der Neunzigerjahre viel über den Brillux-Fall. Es ging um vermutete Steuerhinterziehung in Höhe von mehr als einer halben Million Mark. Gegen den Firmenchef und seinen Steuerberater wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Doch dann war der Fall plötzlich vom Tisch. Alle haben darüber geredet. Niemand hat verstanden, warum wir Brillux 500.000 Mark schenken sollten, sagt Borcharding“. (1) Und das war wohl sein Fehler, Hinschauen und Mitdenken, nicht Kriechen und Wehgschauen.

Rotarier-Verbindungen haben wohl dazu geführt, dass gegen Brillux nicht mehr ermittelt wurde, und nun der Brief eines anonymen Kollegen an Borcharding.

Vier Monate überlegt der Steuerfahnder, dann im „April 1995 reicht (er) die Unterlagen anonym an die Generalstaatsanwaltschaft weiter und erstattet Strafanzeige, die er unterzeichnet mit einige aufrechte Mitarbeiter der Finanzverwaltung. Dann verändert sich sein Leben für immer. Die beauftragte Staatsanwaltschaft in Bochum wird aktiv. Es kommt zu Razzien – bei Brillux, der OFD und der Steuerfahndung Münster. Es werden strafrechtliche Ermittlungsverfahren eingeleitet: gegen den damaligen Finanzpräsidenten, gegen den Leitenden OFD-Beamten und gegen einen dritten Beamten. Werner Borcharding war zum Whistleblower geworden. Zu einem, der Alarm schlägt“. (1)

Bonhoeffer, das Leben eines Rebellen

Und nun geht die Post ab, allen voran die Gewerkschaft, jene Organisation die teilweise schon an die Mafia erinnert. „Gegen (Borcharding) wird ein Strafverfahren wegen Verletzung des Steuergeheimnisses eingeleitet. Nachdem auf ihn selbst von Gewerkschaftsseite Druck ausgeübt wurde, hatte sich Borcharding als Whistleblower geoutet“. (1)

Dann geht alles seinen sozialistischen Gang. „Im Mai 1996 wird Borcharding nach Coesfeld strafversetzt, 40 Kilometer entfernt von Münster. Der damalige OFD-Präsident habe ihn persönlich in sein Büro zitiert, sagt Borcharding. Er hat gesagt, er würde dafür sorgen, dass das alles aus der Welt kommt, wenn ich der Versetzung zustimme“. (1)

So arbeiten die Netzwerker der Korruption, Opfer werden ausgesucht, bespitzelt und dann fertig gemacht. Wenn sie Glück haben, lassen die Täter sie dann irgendwo weiter arbeiten, doch meist endet es im Kündigungsverfahren und hier hatte Werner Borcharding Glück, er war Beamter und man kannte noch nicht das „System-Mobbing“ aus Hessen, ebenfalls sehr effektiv eingesetzt und verfeinert im Falle Marco Wehner und Kolleginnen und Kollegen in Frankfurt, Jahre später.(2)

Whistle Blower

Bei Wolfgang Borcharding folgte dann der gesundheitliche Ruin, das Schicksal aller Opfer, gerade wenn sie fertig gemacht werden mit der Methode „Zuckerbrot und Peitsche“. (1) „Das macht traurig, sagt Borcharding. Er wird krank. Herzbeschwerden. Magenprobleme. Schlaflosigkeit. Wie krank genau, möchte er nicht sagen. Ich will nicht, dass sich diese Vögel darüber freuen“.(1)

Vögel, noch milde ausgedrückt für diese Täter, doch lassen wir die verbalen Kraftausdrücke, sonst fühlen sich die Täter wieder im Recht.

Heuschrecke Köhler (SPD)

Und wie geht es weiter? Sie glauben es kaum, außer sie kennen die „Clearingstellen in der Schweiz und die Moral von SPD-Genossen und Ex-Finanzminister Steinbrück. „Der Abschlussbericht der Bochumer Staatsanwaltschaft liest sich wie eine Anklageschrift gegen die beiden Beamten. Von Strafvereitelung im Amte“ ist da die Rede und von Rechtsbeugung, Begünstigung im Amte und Verleitung von Untergebenen zu strafbaren Handlungen. Es bestehe der hinreichende Verdacht, dass Forderungen des Fiskus zu Unrecht niedergeschlagen wurden beziehungsweise auf diese verzichtet wurde“. (1)

Und nun denkt man so als normaler Bürger, das muss doch zum Prozess kommen und die Täter erhalten eine Strafe? Pustekuchen, bei uns gilt in Deutschland der Täterschutz.

„Trotzdem kommt die Staatsanwaltschaft am Ende zu dem Schluss, die Verfahren einzustellen. Mangels sicheren Nachweises einer konkreten Einflussnahme, heißt es. Im Frühjahr 2000 wird der leitende OFD-Beamte vom damaligen nordrhein-westfälischen Finanzminister Peer Steinbrück zum Finanzpräsidenten befördert“. (1) Die Genossen der Bosse wie Schröder oder Steinbrück wiisen was sich gehört, nur was, das ist Moral und nicht gefragt.

Was will man mehr als Täter als vom Chef persönlich die Anerkennung für korrupte Arbeitsmethoden. Wo Steinbrück drauf steht ist auch Steinbrück drin, darauf kann sich jetzt Bertelsmann freuen, der Peer steht jetzt dort auf der Gehaltliste, und Wolfgang Borcharding, träumt er immer noch von der Demokratie?

Gabriel Rosenmontag

„Er kramt Karikaturen aus seinem Aktenkoffer. Auf einer Zeichnung ist ein Mann zu sehen, der das Grundgesetz in der ausgestreckten Hand hält. Um ihn herum lachende Richter, die mit dem Finger auf ihn zeigen. Das trifft es gut, sagt Borcharding und nippt an seinem warmen Bier.

2005 ließ er sich mit 57 pensionieren. Jedes Jahr ist jetzt ein gewonnenes Jahr“. (1) Und da hat Borcharding Recht, nur wozu brauchen wir eigentlich so Typen wie Steinbrück und seine Rotary Club Freunde? Die Frage konnte mir noch keiner beantworten, am wenigstens die Genossen der SPD und die Genossinnen wie Gisela von der Aue (SPD) & Justizsenatorin zu Berlin, oder ihr Ex-Kollege und Golfspieler Sarrazin.(3)

1)http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/der-ungeliebte-aufrechte/?src=ST&cHash=d2f9e798ba

2) http://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2009/11/24/steuerfahnder-und-mobbingfall-marco-wehner/

http://dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com/2010/01/04/gefalligkeitsgutachter-im-mobbingfall-marco-wehner-verurteilt/

http://wir-antimobbingrundschau.blogspot.com/2009/01/eine-anlage-zur-amr-36-punkt-2.html

http://harrygambler2009.wordpress.com/2009/07/21/koch-und-kohl-mobben-finanzbeamte/

3) https://derdetektivmitdersonnenbrille.wordpress.com/2010/06/29/berlin-bekommt-ombudsmann-gegen-korruption/

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1 Response to "Werner Borcharding, Whistle Blower und Steuerfahnder, und was aus ihm wurde!"

Werner Borcharding und einige der hessischen Steuerfahnder engagieren sich im Whistleblower-Netzwerk. Wir suchen stets MitstreiterInnen und UnterstützerInnen.

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