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Mutter und zwei Söhne plündern Hilfskonten für arme Kinder.

Posted on: 4. Februar 2010

Die Deutschen sind dafür berühmt, dass sie gerne spenden. Ob zu Haiti, für arme Kinder, hilflose Tiere und eben für die Umwelt, sich so an Hilfskonten für karitative Zwecke eignet, um bei den Mitbürgern Geld locker zu machen.

Dies haben sich die zwei zurzeit in München vor Gericht befindlichen  Angeklagten, Mutter und Sohn (ein Sohn wurde schon verurteilt) zu Nutze gemacht. Sie haben einfach Gelder aus den Konten der Hilfsvereine für ihren luxuriösen Lebensstil überwiesen, in dem sie die Rechnungen gleich damit bezahlten.

„Über 760 Buchungen sollen von den Vereinskonten illegal durchgeführt worden sein. Verwendungszweck: Pacht, Mobiltoilette, Müllentsorgung. Umbauarbeiten, Abhol- und Bringdienste, Telefon. Sogar die Miete für einen Papageienhof in Eging, auf dem Sohn Steffen lebte, wurde über das Vereinskonto finanziert. 110000 Euro in drei Jahren flossen in den Hof mit 25Papageien. Alles wurde den Vereinen in Rechnung gestellt: Kerzen für 25,80 Euro, Glaskugeln für 138 Euro oder die Bettwäsche für 83,85 Euro“.(1)

Und ihr Lebensstil war nicht gerade kosten günstig. „Rolls-Royce, Bentley, teure Reisen, ein Zweit-Wohnsitz in der Schweiz – um diesen aufwendigen Lebensstil zu finanzieren, griffen Heidrun Sch. (72) und ihr Sohn Carsten (39) in die Spendenkassen der Vereine Kinder in Not und Deutsche Gesellschaft Tiere und Natur“.(1)

Der Schaden beträgt insgesamt 5,3 Millionen Euro, wobei sie nur noch für die Millionen aus den Jahren 2002 bis 2004 belangt werden könne, davor die Zeit ist schon verjährt. Drehpunkt scheint die Mutter gewesen zu sein, die viele Jahre Vorsitzende des Vereins für „Kinder in Not“ war.

Und sie war gut als Vorsitzende, hat auch gleich die Schweiz als guten Anlageort für deutsche Gelder erkannt. „Für die Werbung hatte Heidrun Sch. zwei Firmen in der Schweiz gegründet: Atlantis mit Sitz in St. Gallen und Ribana in Liechtenstein. Rund 45 Prozent der Spenden flossen in die Schweiz“.(1)

Die Urteile entsprachen dem deutschen Rechtsempfinden, zwei Jahre auf Bewährung wegen der Mithilfe bei der Aufklärung und die Mutter muss 132600 Euro und der Sohn schlappe 35200 Euro Strafe und Buße bezahlen. Die veruntreuten Millionen sind für immer weg und die Kinder in Not dürften auch schon Tod sein. Was bleibt ist die Hoffnungslosigkeit angesichts solcher Gier und Urteile, die kein Mensch versteht.

1) http://www.webnews.de/http://www.abendzeitung.de/muenchen/163569

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3 Antworten to "Mutter und zwei Söhne plündern Hilfskonten für arme Kinder."

Der eigentliche Skandal ist, dass ebenso wie im Fall des DTHW munter weiter abgezockt wird. Schließlich hat Heidrun S. noch einen Bruder (Ernst K.) der bereits Vorsitzender im Verein Tiere und Natur ist. Er wird es vermutlich auch bei Kinder in Not werden damit alles schön in der Familie bleibt. Unglaublich milde ist die Geldstrafe ausgefallen obwohl schon Vorstrafen aus den Jahren vor 2002 in gleicher Angelegenheit vorgelegen sind. Nachdem die Geldquellen munter weiter sprudeln dürften, sicher auch immer noch mit der tatkräftigen Hilfe aus der Schweiz und Liechtenstein, werden sich die frisch Verurteilten jetzt erstmal in Paraguay, Gran Canaria oder in der Schweiz von den Strapazen des „Prozesses“ erholen. In diesen Ländern besitzt die Familie geeignete Feriendomizile und sicher auch das eine oder andere gut gefüllte Konto. Game over!

Hallo,
ähnliche Struturen wie im Fall Zumwinkel. Es wurde niemals von einem „europäischen Ermittler“ geklärt, warum die damalige Staatsanwältin vergessen hat, einen wichtigen Brief rechtzeitig loszuschicken. Wer hatte da wohl seine Finger mit ihm Spiel?
Bei Zumwinkel weiß man, dass er über das berühmte Beratungsunternehmen M. viele Gönner hatte, die land auf und ab im Hintergrund arbeiten.
Und der Fall Heidrun S. zeigt ebenfalls, wie man ein metzwerk aufbaut, dass alles so weiter läuft wie bisher, und die Täter schaffen das. Schon erschreckend wo wir 2010 stehen, gerade wenn es um so eine wichttigen Bereich geht.

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