Der-Detektiv-mit-der-Sonnenbrille

Ex-Siemens-Vorstand Ganswindt muss vor Gericht

Verfasst von: harrygambler2009 Am: 22. Februar 2010

Junto de Mexico

Die Siemensschmiergeldaffäre hat gezeigt, dass bei uns die Aufklärung von Korruptionsskandalen in Deutschland gerne durch die berühmte „Einigung“ so geklärt wird, dass keine weitere Rechtverfolgung durch die Ermittlungsbehörden mit einem anschließenden Prozess erfolgt. Es gilt der Grundsatz, eine Hand wäscht die andere.

Obwohl im Fall Siemens es Betrügereien in Milliardenhöhe gab, die genaue Summe ist bis heute nicht bekannt und zeigt die Neigung deutscher Manager zur Wahrheit. Doch selbst das deutsche Korruptionsspiel, eine Hand wäscht die andere war dem Ex-Siemensvorstand Ganswindt zu viel. Er will gar nichts zahlen, während  „neun andere Ex-Manager um die früheren Vorstandschefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld sich mit Siemens geeinigt hatten und“ inzwischen aus ihrer Portokasse „zwischen einer halben und fünf Millionen Euro für den Schaden der Schmiergeldaffäre“ abdrücken.(1)

Nun also hat „die Münchner Staatsanwaltschaft Anklage gegen den früheren Vorstand Thomas Ganswindt erhoben. Der Fall liege jetzt beim Gericht. Dieses muss entscheiden, ob und wann der Prozess aufgenommen wird“. (1)

Es wäre nun interessant, wie das Gericht die Höhe des Schadens für ein Vorstandsmitglied ermittelt und welche Strafe er bekommt.

Doch der Anwalt von Ganswindt hat schon die Hintertüre geöffnet und mitgeteilt, „seinem Mandanten sei nach wie vor an einer Einigung gelegen“. (1)

Wie gesagt und nun gilt wieder die alte deutsche Korruptionsregel Nummer Eins, eine Hand wäscht die andere.

Auch das Resümee aus dem Schmiergeldskandal Siemens, der einen Schaden von über 2,5 Milliarden verursacht hat, lautet wie immer, die Großen lässt man laufen, die Kleinen hängt man auf. Freuen wir uns als auf den nächsten Fall aus dem deutschen Drama: „Junto de Mexico“.

1) http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE61J04P20100220

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